Mythos Hexenkult

Mythos Hexenkult

Die Wurzeln des Hexenglaubens liegen weit zurück im heidnischen Götterglauben und im Zuge der Christianisierung glaubte man die Hexen gar mit dem Teufel im Bunde. Aber wie kam es überhaupt dazu? Waren und sind sie Kräuterweiblein, Heilerinnen, Wahrsagerinnen oder gar etwas ganz anderes?

Was ist dran an all den Fantasie- und Zauberfilmen? Warum sind wir gebannt von Harry Potter und dem Herrn der Ringe, obwohl sie so fern und fremd sind, uns aus unserer Umgebung herauszerren und an Fernseher, Internet und Buch fesseln? Die Antwort ist: Weil wir gern glauben möchten, dass sie wahr sind. Weil sie unsere brennenden Sinnfragen behandeln.

Das Wesen der Hexen wird folgendermaßen beschrieben:

Sie müssten übermenschliche Kräfte besitzen, die an Zauberei grenzen. Vom Gedankenlesen angefangen bis hin zur menschlichen Beeinflussung.

Der Hexenmythos existiert sicher seitdem es die Menschheit gibt. Bei den Urvölkern ist der Glaube an Hexen, Geister und Dämonen seit Urzeiten vorhanden, also seit der Entstehung des Menschen.

Manche Tiere haben etwas an sich, das fremd, geheimnisvoll und unheimlich wirkt. Beispiele sind Eulen mit ihrem leisen, huschenden Flug, ihrem scharfen, durchdringenden Blick und markerschütternden Rufen, Katzen mit ihrem geschmeidigen Gang, ihrer Individualität und ihren nachts leuchtenden Augen. Diese Tiere wurden oft in Zusammenhang mit Hexen vermutet.

In der griechischen Geschichte wird schon von den Sirenen Kalypso und Circe berichtet, die Odysseus ins Verderben lockten. Auch Voodoo-Priestern aus Afrika und Haiti werden bis heute hexerische Qualitäten nachgesagt.

Mit der Zeit entwickelten sich immer klarer umrissene, menschen-nähere Zauberergestalten. Der Mensch formte sie selbst aus dem vor- und nicht-menschlichen Material heraus und integrierte sie in seine Welt, die dadurch größer, mächtiger, interessanter und abenteuerlicher wurde. Die vermenschlichten und menschen-nahen Zauberwesen sind fast immer eine Bereicherung, weil sie helfen und einen Nutzen bringen. Beispiele sind die gute Fee aus Dornröschen oder Rumpelstilzchen und die Hexe Baba Jaga, die Aufgaben stellen und Intelligenz und Erfindungsreichtum fordern.

Im heidischen Glaube unterscheidet man aber gute von bösen Hexen. Die bösen Hexen stechen durch ihren Egoismus und Machtansprüche heraus und sind auch optisch nicht gerade durch Schönheit zu erkennen. In der Geschichte werden gute Hexen auch oft in Gestalt von Zauberwesen beschrieben, wie zum Beispiel die Gute bei Dornröschen, Meerjungfrauen oder die ägyptische Katzenkönigin Bastet.

Im Mittelalter gab es Unmengen von Hexenverfolgungen bzw. Hinrichtungen. Sie wurden des Bösen beschuldigt und für alle negativen Geschehnisse verantwortlich gemacht.

Gerade Frauen, die sich veterinärmedizinisch betätigt hatten, kamen ebenfalls schnell ins Visier der Verfolger, da man davon ausging, sie hätten das Vieh behext und so ihre heilerischen Erfolge erzielt. Der Hexenhammer ist ein Werk zur Legitimation der Hexenverfolgung, das der Dominikaner Heinrich Kramer 1486 in Speyer veröffentlichte und das bis ins 17. Jahrhundert hinein in 29 Auflagen erschien. In diesem Schreiben werden die bestehenden Vorurteile übersichtlich präsentiert und mit einer vermeintlich wissenschaftlichen Argumentation begründet. Kramer legitimierte die Hexenverfolgungen; sein Werk fand jedoch offiziell weder kirchliche noch weltliche Anerkennung.

Im Jahre 1751 wurde in Europa die „letzte Hexe“ hingerichtet und somit wurde nach jahrhundert langer Verfolgung dem unsinnigen Töten ein Ende bereitet.

In einigen Ländern findet man Denkmäler, die auf die Hexenverfolgungen hinweisen. Ein ganz bekanntes Denkmal von Maggie Wall steht in Schottland aus dem Jahr 1657.

Die Faszination der Hexen ist in unserer Kultur lange verankert. Sei es in Märchen von den Gebrüdern Grimm oder in der mittelalterlichen Geschichte.

Eine ganz bekannte „Hexennacht“ in unserem Volksglauben ist die Walpurgisnacht (1. Mai), die sogenannte Freinacht und natürlich die traditionellen Sonnwendfeiern.

So steht nun mal fest, dass wir Menschen gerne Mythen in unserem Leben haben wollen, damit unsere Fantasie angekurbelt wird.

Schließlich wird den einen oder anderen schon einmal Bibi Blocksberg in der Kindheit begleitet haben und das ist doch was Schönes, oder?

Infos zu Elke Marschallinger

Elke Marschallinger ist seit 2009 im mybox-Redaktionsteam. Sie wohnt in Schwanenstadt, und ihre große Leidenschaft ist ihre Arbeit im Jugendzentrum Schuko in Vöcklabruck!

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