Tschechien wird Europas neues Drogenparadies

Anfang dieses Jahres überraschte Tschechien mit der Erlassung eines äußerst liberalen Rauschmittel-Gesetzes. Sogar das für seine lockere Drogenpolitik bekannte Holland wurde damit in den Schatten gestellt. Die erlaubt Menge für den Eigenbedarf ist in etwa dreimal so hoch wie dort.

Die Szene jubelt und laut Statistik hat bereits jeder zweite jugendliche Tscheche Erfahrungen mit weichen Drogen gemacht.

Bisher war Prag wegen seiner kulturellen Besonderheiten anziehend für Touristen. Aber seit der Gesetzeserlassung nimmt der Drogen-Tourismus stetig zu. Der Weg nach Amsterdam wird – besonders für Österreicher, die legal Drogen konsumieren wollen – erheblich verkürzt. Da wirken auch die verstärkten Drogenkontrollen im Grenzraum nicht abschreckend genug.

Dass es in Prag – wie überall – Drogen auch schon vor ihrer Legalisierung gab, ist kein Geheimnis. Drogen wurden nun auf eine Stufe mit dem Alkohol gestellt, im Vordergrund der Bekämpfung steht jetzt nicht das kriminelle Problem, sondern das gesundheitliche.

Hilfsorganisationen sehen hier jedoch ein Problem, das von der Regierung nicht bedacht wurde. Für Aufklärungsprogramme und Hilfe für Abhängige hat die tschechische Regierung nämlich nur einen Bruchteil dessen investiert wie etwa die Niederlande.

Doch diese Kehrseite wollen diejenigen, die von der Lockerung profitieren, gar nicht sehen. Während die niederländische Regierung bereits ernsthaft über Restriktionen der Drogengesetze nachdenkt, wittern die Prager Szene-Lokale schon ihre Chance auf eine Monopol-Stellung in Europa.

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