Gebaggert wird nicht nur im Sand
Beachvolleyball – die Trendsportart des Sommers
Heiß her geht es jedes Jahr in den heimischen Sandkisten. Beachvolleyball wird auch bei uns in Österreich immer beliebter. Zahlreiche Gemeinden verfügen bereits über moderne Beachvolleyballanlagen die bestens besucht sind.
Pritschen und Baggern – doch woher kommt’s?
Beachvolleyball hat sich Anfang 1920 in den USA entwickelt. Als eine Abart des gängigen Volleyballs wurde Beachvolleyball eher als Funsportart angesehen. Als Geburtsstrand wird der Santa Monica Beach in Kalifornien angeführt. Nachdem die ersten Versuche eine Liga zu gründen scheiterten, veranstaltet der „Godfather of Beachvolleyball“ Charlie Saikley die ersten Beach Open, die mit dem allseits bekannten Wimbledon verglichen werden. Durch die steigende Beliebtheit und dem Einsatz des Spielers Karch Kiraly, der dem Sport zu größerer Popularität verhelfen konnte, wurde Beachvolleyball 1994 olympisch. Seit 1997 werden Weltmeisterschaften ausgetragen, in Europa wurden die ersten Europameisterschaften bereits 1993 in Almeria (Spanien) ausgetragen.
Genug Geschichte – wie funktioniert’s?
Zwei Mannschaften mit jeweils zwei Spielern stehen sich auf einem durch ein Netz geteilten Spielfeld aus Sand gegenüber. Die Netzhöhe beträgt bei den Herren 2,43 m und bei den Frauen 2,24 m – wie auch beim Volleyball. Ein Spieler darf die gegnerische Hälfte nur betreten, wenn der Gegner dadurch nicht gestört wird.
Der Ballwechsel beginnt mit dem Aufschlag, der hinter der Grundlinie ausgeführt werden muss. Die gegnerische Mannschaft muss freie Sicht auf den aufschlagenden Spieler haben und kann dies bei Bedarf einfordern. Der servierende Spieler wechselt beim Gewinn des Aufschlagrechts.
Eine Mannschaft muss den Ball spätestens mit der dritten Berührung über das Netz spielen. Der Blck zählt als erster Ballkontakt. Die beiden Spieler müssen den Ball abwechselnd berühren. Ausnahmen gibt es nur direkt nach dem Block (der blockende Spieler darf den Ball ein zweites Mal berühren) oder wenn es beim ersten Ballkontakt „innerhalb derselben Aktion“ zu einer Doppelberührung kommt (z. B. von den Armen auf ein anderes Körperteil).
Wenn es einer Mannschaft nicht gelingt, den Ball ordnungsgemäß zurückzuspielen, erhält der Gegner einen Punkt. Eine Mannschaft kann sowohl bei eigenem als auch bei gegnerischem Aufschlag punkten. Ein Spiel wird über zwei Gewinnsätze ausgetragen. In den ersten beiden Sätzen braucht man 21, im eventuellen dritten Satz 15 Punkte. Ein Satz gilt erst bei zwei Punkten Vorsprung als gewonnen. Um Nachteile auszugleichen, die unter freiem Himmel auftreten können, beispielsweise die blendende Sonne oder Wind, werden nach jeweils sieben (im Entscheidungssatz fünf) gespielten Punkten die Seiten gewechselt.
Jeder Mannschaft steht pro Satz eine Auszeit zu, deren Zeitpunkt sie frei wählen kann. Zusätzlich gibt es nach 21 gespielten Punkten eine im Regelwerk vorgeschriebene technische Auszeit, die 30 Sekunden dauert. Dies gilt aber nicht für den entscheidenden dritten Satz. Sollte sich ein Spieler während des Spiels verletzen, hat die betroffene Mannschaft fünf Minuten Zeit, um ihn wieder in einen einsatzfähigen Zustand zu versetzen. Falls dies nicht gelingt, wird das Spiel abgebrochen und für den Gegner gewertet. Ungünstige äußere Bedingungen (z. B.: starker Regen) führen zu einer Unterbrechung des Spiels, das später mit dem gleichen Zwischenstand fortgesetzt wird.
Der Ball darf mit allen Körperteilen gespielt werden. Sowohl das obere Zuspiel (pritschen) als auch das untere Zuspiel (baggern) ist möglich. Beim oberen Zuspiel fordern die Regeln eine „saubere“ Technik. Der Ball darf nur über das Netz gepritscht werden, wenn er in der Schulterachse, also senkrecht nach vorne oder hinten, jedoch nicht zur Seite gespielt wird. Ansonsten ist das Pritschen über das Netz nur erlaubt, wenn es „unabsichtlich“, also in deutlich erkennbarer Absicht eines Zuspiels erfolgt (beispielsweise wenn der Wind den Ball auf die gegnerische Seite weht). Das Legen mit der offenen Hand bzw. der aus der Halle bekannte Lob (Angriffsfinte in der Technik des einhändigen oberen Zuspiels mit offener Hand) ist nicht erlaubt und gilt als technischer Fehler.
In der Feldabwehr ist das obere Zuspiel unter Zuhilfenahme der Finger (offene Hände) ebenfalls streng reglementiert. Der Ball darf weder geführt (zu lange berührt) noch gefangen oder geworfen werden. Einzige Ausnahme ist ein hart geschlagener Ball des Gegners, bei dem ein leichtes Führen gestattet ist (so genannter Beachdig bzw. Beach-Dig – obere Abwehr, wobei die Hände mit schalenförmig gehaltenen Handflächen zum Ball geführt werden und der Ball wird in die gewünschte Richtung gespielt, indem die Arme aktiv nach oben in Zielrichtung gestreckt werden).
Die Technik ist da – und wer spielt mit?
Viele Beachvolleyballplätze im ganzen Land laden ein sich auch selber sportlich zu betätigen. Immer mehr junge und jung gebliebene beherrschen diese Sportart. Ob als netter Zeitvertreib im Freibad oder als aktive sportliche Betätigung im Sommer, es finden sich immer Leute, mit denen man spielen kann. Auch werden jährlich Beachcups in ganz Oberösterreich ausgetragen, bei denen man sein Können mit anderen Teams messen kann. Die Profis spielen ein paar Ligen drüber im wohl bekanntesten Turnier Österreichs – dem Beachvolleyball Grand Slam in Klagenfurt. Jährlich pilgern einige tausend Leute nach Klagenfurt um bei dem Spektakel dabei zu sein. Die besten Spieler der Welt geben sich hier ein Stell dich ein und begeistern mit tollen Ballwechseln. Aber auch die diversen Sideevents machen Klagenfurt einzigartig und immer wieder eine Reise wert.
Last but not least, der Erotikfaktor
Braun gebrannte Körper, Sixpacks und knappe Bikinis, auch das ist Beachvolleyball! Wenn es so richtig heiß ist und die Körper in der Sonne glitzern, ja da flirrt die Luft. Zur Kultur des Sports gehört natürlich die passende Bekleidung und hier ist einfach weniger mehr. Egal ob sexy Bikinis oder coole Beachshorts, in ist, was an macht. So ist es natürlich auch nicht verwunderlich, dass beim Beachvolleyball nicht immer nur der Ball sondern auch der/die Mitspieler/in angebaggert wird.
Quelle: Wikipedia

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