Selbstständigkeit – Erfahrungsbericht eines Maturanten
Viele, vor allem jene, die sich in den höheren Schulstufen befinden, werden sich wahrscheinlich mit der großen Frage herumquälen, was wohl nach der Matura geschehen soll. Ein Studium oder doch lieber sofort arbeiten? Eine wichtige Entscheidung, die besser wohl überdacht werden sollte.
Auch mich hat diese Frage eine lange Zeit beschäftigt, bis ich schließlich zu dem Entschluss kam, keines von beiden zu beginnen. Ein Studium ist nur dann sinnvoll, wenn man wirklich vor hat, als Arbeitnehmer Karriere zu machen. Das wären weitere 4 bis 6 Jahre, je nach Studienrichtung, in denen ich von meinen Eltern finanziell abhängig wäre und noch immer nicht die lange ersehnte Freiheit hätte. Aber selbst mit Studium ist man in der Regel ein alter Mann, bevor man wirklich viel Geld sein eigen nennen darf. Und lediglich mit einer AHS Matura hat man auf dem Arbeitsmarkt kaum Berufschancen – Straßenkehrer mit Englischkenntnissen und ähnliche Traumjobs sind ohne Weiteres erreichbar. Auch nicht gerade das, was ich mir mit meinen Qualifikationen und nach 8 Jahren hartem Kampf im Gymnasium vorstellte. Matura sollte einen doch finanziell von jenen ohne Matura unterscheiden.
Aus Hobby wird Beruf
Was ich wollte, war, eigenes Geld verdienen, unabhängig sein, so bald wie möglich von Zuhause ausziehen, und noch in jungen Jahren möglichst gut verdienen. Klingt unmöglich? Nicht ganz. Des Rätsels Lösung lautet Selbstständigkeit und alles was man dafür braucht sind Fleiß und das Wichtigste an der ganzen Sache: Eine gute Idee. Von wo diese stammt und womit sie zu tun hat, ist völlig gleichgültig. In meinem Fall begann es als Hobby – jetzt verdiene ich damit Geld und nicht einmal so wenig. Klingt doch angenehmer als für einen unsympathischen Chef zu arbeiten, oder?
Aber das ist doch alles viel zu kompliziert……
Mit einem humanistischen Gymnasium hatte ich die denkbar schlechtesten Voraussetzungen dafür gehabt, keinerlei Erfahrung oder Information auf wirtschaftlichem Gebiet. Doch selbst für Fälle wie mich gibt es einen Rettungsanker, das sogenannte Gründerservice der Wirtschaftskammer. Eine kostenlose Beratung, die einem alles Nötige mitteilt, was man später im harten Firmenalltag braucht. Solange man sich von Krediten fernhält und die Firma selber leitet, bleibt auch das Risiko, welches viele letztendlich von der Selbstständigkeit abschreckt, möglichst gering. Natürlich muss man aber auch mit einer Firma hart arbeiten um erst an großes Geld zu kommen und die Verantwortung, die man hat, ist sehr groß. Allerdings ist man sein eigener Chef und die Profite der Firma wandern in eigene Taschen. Alleine dieser Gedanke macht Arbeit schon wesentlich angenehmer.
Daher mein Appell an all jene, denen eine Idee im Kopf rumschwirrt: Macht was draus! Nutzt eure Stärken und ergreift günstige Gelegenheiten – sie wiederholen sich in der Regel nicht. Überlegt euch ein genaues Konzept, wie ihr die Firma leiten wollt und auch könnt und in ein paar Jahren werdet hoffentlich auch ihr mit eurer Idee die Eintragung ins Firmenbuch vollziehen.
Zur Person
David Gladysz maturierte 2010 am BG Dr. Schauerstrasse in Wels. Im November 2009 begann er seine eigene Musikproduktion bei dem österreichischen Label Austrocore unter dem Namen „Aron Setha“, seit März 2010 ist er nun auch bei dem deutschen Label Hardbass Fanatics/Flexxis Records tätig. Nach der jahrelangen Organisation kleinerer, privater Partys startete er im Sommer 2010 mit einer Firma für Eventmanagement so wie Ton- und Lichttechnikverleih, basierend auf einem bisher nicht existenten Konzept der Verschmelzung von Ton- und Lichteffekten.

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