Brennpunkt Universitäten. Wie dramatisch ist die Situation?
Lautes Gemurmel. Heftiges Gedränge. Freie Plätze – Fehlanzeige. Für Studierende der Massenstudien ist das oftmals der wohlbekannte Studienalltag. Die Situation an den Hochschulen ist dramatischer als je zuvor. Unzählige Studenten, die darum kämpfen müssen, die restlichen freien Plätze einer Lehrveranstaltung zu erwischen.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben oder besser gesagt: der darf drei Stunden lang mit der Treppe vorlieb nehmen. Doch der Kampf um die besten Plätze wird nicht mehr nur im Hörsaal ausgetragen. Sogar bei Anmeldungen zu gewissen Lehrveranstaltungen muss man nach der Atomuhr gehen, um noch in die LV zu kommen. Bekannt ist das Problem der Politik schon seit längerem, doch ob das Problem in naher Zukunft gelöst wird, ist fraglich.
Ein Vorzeigebeispiel für andere Universitäten könnte die Wirtschaftsuniversität Wien sein. Diese brachte erfolgreich eine Klage gegen die Republik Österreich ein. Einziger Wermutstropfen: Statt den geforderten 192 Millionen Euro gab‘s magere 6 Millionen Euro vom Staat. Die Wirtschaftsuniversität nimmt jährlich mehr Studenten auf als sie Kapazitäten hat und platzt bereits jetzt aus allen Nähten. Allein im heurigen Jahr gab es 5.300 Neuanmeldungen, die Universität Wien verzeichnete 29.000 interessierte Studienanfänger.
Im Gespräch waren immer wieder Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren. Zugangsbeschränkungen wären dazu geeignet wirksam die Studierendenzahlen in Grenzen zu halten. Bereits einige unserer EU-Nachbarn haben diese eingeführt. Als Beispiel wären hier zu nennen Deutschland, Ungarn und die Slowkei. Ein interessantes Detail ist, dass 15 % der Studierenden an der WU bereits aus Deutschland kommen. Lautstarke Gegenstimmen verweisen jedoch auf den freien Zugang zu Bildung für jedermann. Eine weitere Alternative, die vor allem in letzter Zeit immer wieder für Schlagzeilen sorgt, sind Studiengebühren. Hier gilt es zu beachten, dass sozial Schwächere bei diesem Modell erhebliche Rückschläge zu verkraften hätten. Bereits jetzt müssen viele Studenten arbeiten gehen, um sich ihr Studium leisten zu können. Hohe Studiengebühren würden eine große Belastung für die (selten vermögenden) Studenten darstellen, vor allem wenn man seinen Start ins Berufsleben nicht gerade mit einem Berg von Schulden beginnen möchte. Unabhängig davon, welcher Variante die Politik mehr abgewinnen kann (man darf auch auf die Kreativität unserer Politiker setzen), wird man um eine Reform des Hochschulsektors wohl nicht umhinkommen.
Fest steht dass die Universitäten den immer größer werdenden Problem nicht gewachsen sind. Es besteht dringender Handlungsbedarf rund um die Baustelle Universität!

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